Großer Gott! Wo ist das Schiff?

Diese Reise ist zu Ende.

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Bald erblickten sie in trüber und verwirrender Verzerrung sein verschwindendes Phantom gleich einer luftigen Fata Morgana. Nur die Spitzen der Masten ragten noch aus dem Wasser. Nun erfassten die kreisenden Wasser das einsame Boot. Jeden Mann, jeden treibenden Riemen, jede Lanze und wirbelten alles herum, – Beseeltes und Unbeseeltes. Zogen alles um und um und um, in einen Strudel der selbst den kleinsten Span der Pequod mit sich fort in die Tiefe riss. Nun flogen kleine Vögel kreischend über den noch gähnenden Abgrund. Mürrische weiße Wellen schlugen gegen seine steilen Wände. Dann brach alles ein.

Und das große Leichentuch des Meeres wogte weiter wie vor fünf Jahrtausenden.

So trieb ich am Rande der Szene und konnte alles mit ansehen. Die Haie glitten harmlos vorüber als wären ihre Rachen fest verschlossen. Die wilden Habichte der See schwebten mit verhüllten Schnäbeln über mir. Am zweiten Tage stand ein Segel auf mich zu. Kam näher, näher – näher und nahm mich schließlich auf.

Es war die umherirrende Rachel. Auf der Suche nach ihren verlorenen Kindern – fand sie nur eine weitere Waise.

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( Hermann Melville . Moby Dick )

 

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