Ich dachte an den See.

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Ich dachte an den See im Central Park. Ich überlegte, ob der See wohl zugefroren war, wenn ich nach Hause kam? Wenn ja, was dann die Enten machten? Ich überlegte was mit den Enten wurde, wenn der See ganz vereist und zugefroren war. Ich überlegte, ob einer mit einem Laster ankam und sie in einen Zoo oder so was brachte. Oder ob sie einfach fortflogen.

Das ist jetzt ungefähr die vierte Schule an der ich war und ich schüttelte den Kopf. Mann! Ich schüttle ziemlich oft den Kopf. Ich sage auch ziemlich oft ‚Mann!‘. Teils, weil ich ein mieses Vokabular habe und teils, weil ich mich manchmal ziemlich jung für mein Alter benehme. Ich war da sechzehn. Jetzt bin ich siebzehn. Und manchmal benehme ich mich wie dreizehn.

Das Ironische daran ist, dass ich einsfünfundachtzig gross bin und graue Haare habe. Wirklich! Auf der einen Seite meines Kopfes, der rechten, habe ich Millionen graue Haare. Die hatte ich schon als Kind und trotzdem führe ich mich manchmal auf wie zwölf. Das sagen alle, – besonders mein Vater. Teilweise stimmt das ja auch, aber es ist eben nicht die ganze Wahrheit.

Immer glauben die Leute etwas ist die ganze Wahrheit, während sie selber, ab dem Moment wo sie erwachsen sind, bei jeder Gelegenheit herum trompeten, dass sie sich unglaublich jünger fühlen. Das juckt mich nicht, bloß manchmal langweilt es mich. Es langweilt mich, wenn man mir sagt, ich soll mich meinem Alter entsprechend benehmen. Manchmal benehme ich mich um einiges älter als ich bin, – wirklich! Aber das merkt dann bloß keiner. – Die Leute merken ja nie was.

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( Jerome D. Salinger . Der Fänger im Roggen )

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