Ich hab keine Erinnerung mehr an mich.

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Dangge Susann, dangge dass ich dadrüber redn konnte, jetze, das konnt ich jetze eigntlich wörklich bloß mit Dir. Ich hab keine Erinnerung mehr an mich. Wenn ich mich aber unterhalt’, jetzt so mit Dir jetze, dann kann ichs geistig zurückholen …

… Wie wenn Du jetze ne Apflsine un un un un drückst das raus, un de Schale bleibt übrig. S-So hab ich mich dann gefühlt. Oder wie wenn De‘n Apfl schälst un ich bleib de Schale – also das war wie e Bild, was aus mir rausgeflogn is. Äh – „Bild“ is velleicht – mer muss von Gefühl sprechn. Mer empfindet ja was, mer hat im Herzn was, was mer die ganzn Jahre, – wo mer aufgewachsn is, gesamm(elt und) erlebt hat, oder Liebe – alles, alles, alles, das ergibt eigntlich in Dir‘n Gefühl – un das is weg. Alles! Das is dann so weggeflogn; also so wahr’ch hier sitz: es kam mir vor, wie wenn’s meine Seele gewesn is. Die is fort. Aber – ich hatte kurz danach, Gott sei Dank, das Gefühl, dasse in gutn Händn is. Meine Seele. Also ich nehm an, dasse bei Gott is. Oder örgndwo da rumschwebt, im Wald …

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(c) Auf der Suche nach den verlorenen Seelenatomen
oder: Unser ist des heilgen Waldes Dunkel
von Susann Maria Hempel . rbb 2018

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| Sprache der Gefangenschaft . unsern Armenhäuslern die Seele rausgemacht

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